Smartphone? – check!

Gar lang hab ich nichts mehr verlauten lassen…der gemütliche Herbst ist lange vorbei und das Jahr startete erfolgreich. Erfolg ist ganz oft mit viel Arbeit verbunden. Mit viel viel Arbeit. Mit vielerlei teilweise stumpfsinnigen Tätigkeiten. Viele davon. Und sie dauern laaaaaaange.

Aber ich war nicht inaktiv. Fleißiges Bienchen, das ich bin, hab ich Mama zu Weihnachten ein Blog geschenkt…ja ich scheue keine Kosten und Mühen…inklusive Pflege. Also rannte Muttern gleich nach Weihnachten los sich ein mobiles digitales Schreibgerät anzueignen. Sie kann, wenn sie will J und ich freu mich sehr, dass das Blog Motivation genug zu sein scheint, dass sie tatsächlich schreibt. Nebeneffekte mit bitterem Beigeschmack: Dass die OP meiner Oma erstmal gut verlaufen ist, erfahre ich nicht mehr persönlich sondern in einer .doc datei mit der Bitte: „Hier, mein neuer Blogbeitrag, bitte online stellen, lg Mama.“

Mein Telefon hat mich soooo aufgeregt. Hat keine SMS mehr senden können, weil es scheinbar überfordert ist 2000 eingegange Nachrichten zu speichern, pfff….

Ich war ein großer Fan der kleinen krüppeligen Handys, die nur telefonieren und SMS schreiben können. Die klaut einem keiner. Und wenn, Wayne?? Jetzt hatte dieses Telefon aber scheinbar defektes oder gar kein T9 und hat auch keine Wörter gelernt und es hat mich einfach soooo aufgeregt. Also war es Zeit für etwas Neues. Ein Smartphone musste her und ich fand ein preisgünstiges „Einsteigermodell“. Erfüllt seinen Zweck. Für mich genau das richtige. Aber ich springe zu weit vor.

Ich kaufte das Teil also, in fetzig orange! War halt die erste Packung, die der Verkäufer in der Hand hatte. „Was mach ich jetzt mit meiner SIM Karte? Passt die da rein?“ frag ich ihn. „Klar“, meint er und KNACK macht es „die ist doch sogar schon vorperforiert“. Die Idee, dass mich mein altes Handy noch nach Hause begleiten könnte, war damit hin. Also raus aus dem Laden und gleich das neue Gerät ausgepackt. SIM passt, wunderbar. AN Knopf gefunden. Läuft. Neeeee. Bevor da irgendwas läuft: Konfiguration! Ja gut, musst eh zur Bushaltestelle laufen, haste Zeit für.

Ich versinke im Gerät und stelle fest, dass die Finger, die ich zum wählen benutze zu fett sind. Daran werde ich mich noch gewöhnen. Emailkonto, Ortungsdienste, Datenschutz, AGB…klar alles gelesen. Gehen wir einfach davon aus, dass der Weg zu Bushaltestelle sehr weit ist. KNUFF! Irgendwas hat mich geknufft! Ich blicke auf, in das entsetzte Gesicht einer älteren Dame. Ich erkenne ihren angewiderten Gesichtsausdruck sofort und identifiziere ihn als meine eigenen, wenn ich Leute sehe, die nur noch Augen für ihr dämliches Smartphone haben und dabei völlig ignorieren, dass auch andere Menschen den Gehweg benutzen möchten. Ich muss grinsen. Das hat es für sie offensichtlich nicht besser gemacht.

Sprachlos zieht sie vorüber und ich bin in der modernen Welt angekommen und fühl mich sowas von 2015. Das berauschende Gefühl der Jetzt-Zeit dauerte dann bis zum Abend an als ich feststellte, dass mein Smartphone mir mein Gameboyfeeling zurückbringen kann…gonna catch’em all….